Mitarbeiterführung und Angst vor Konflikten
- hemmelmayr
- 29. Apr. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Warum Führung ohne Reibung oft ins Leere läuft
Immer häufiger werde ich zu Mediationen in Unternehmen gerufen. Der Grund: Es knirscht im Getriebe der Zusammenarbeit. Führungskräfte fühlen sich nicht ernst genommen, Mitarbeitende ziehen nicht mit. Neue Führung versucht oft, mit Druck und Autorität zu steuern – doch was bleibt, ist eine Atmosphäre voller Missverständnisse.
Konflikte werden nicht geklärt, sondern ignoriert.
In der Sehnsucht nach Harmonie wird jede Form von Reibung vermieden. Doch das kostet. Es staut sich etwas an – wie die feuchte, schwere Luft vor einem Gewitter, das einfach nicht losbrechen darf. Keine Entladung. Keine Bereinigung. Und während man schweigt, wächst die Spannung weiter.
Das Ergebnis: Energie, die eigentlich nach außen – zum Kunden, zur Innovation – fließen sollte, versickert intern. In Stillstand. In Frust. In zermürbendem Schweigen. Die Motivation sinkt, die Krankenstände steigen, Kreativität bleibt aus. Es wird nur noch „nach Vorschrift“ gearbeitet.
Dabei gilt das alte Gesetz der Dampflok:
Bewegung entsteht, wenn es zischt, dampft und kracht.Nur wenn Dampf abgelassen wird, kann sich wieder etwas bewegen. Zuviel Harmonie verhindert oft Heilung. Reibung ist nicht der Feind, sondern ein Wegweiser.
Führung heißt auch: Konflikte führen können
Wie also kannst du als Führungskraft gut mit Konflikten umgehen?
Tipp: Der „goldene Peter“ – Ein Mindset für reife Führung
Wir alle kennen das Spiel mit dem „schwarzen Peter“ – Schuldzuweisungen, Rechtfertigungen, endlose Diskussionen. Aber echte Führung lebt vom Gegenteil: Gib den „goldenen Peter“ weiter. Das bedeutet: Statt deinen Gesprächspartner verändern zu wollen, versuche ihn zu verstehen.

Frage dich:Was steckt hinter seinem Verhalten? Welche Bedürfnisse, welche Ängste, welche Sichtweisen?
Denn eines ist klar:
Wenn du an deinem Mitarbeiter ziehst, um ihn in deine Richtung zu bekommen, wird er ebenso ziehen – aber in die entgegengesetzte Richtung. Was entsteht, ist kein Fortschritt, sondern ein zermürbendes Tauziehen. Und genau das blockiert Entwicklung.
Wenn du hingegen versuchst zu begreifen, statt zu beurteilen, öffnest du Räume. Du wirst merken: Allein durch dein verändertes Mindset verändert sich oft schon das gesamte Gespräch. Denn wenn du dich änderst, ändert sich auch dein Umfeld.
Aber was tun wenn der Karren mal wirklich im Dreck steckt…
… dann braucht es manchmal mehr als gute Ratschläge. Dann braucht es eine neutrale, erfahrene Begleitung von außen – jemanden, der keine Agenda verfolgt, sondern das System versteht.
Ob Mediation, Führungskräfteentwicklung oder Konfliktcoaching: Lass dich gerne von mir oder einer anderen erfahrenen Mediatorin oder einem Mediator unterstützen.
Konflikte sind keine Störung – sie sind der Beginn von Entwicklung.




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